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Sonntag, 5. Juni 2011

Erich Heckel-Preis 2011 geht an Jürgen Brodwolf

 »Carte Blanche«, die Jahresausstellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg, wurde am Sonntag, 10.5.2011   feierlich in der Reithalle in Offenburg eröffnet. OB Edith Schreiner begrüßte die Gäste, Jutta Ulmer-Straub, Ministerialrätin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sprach Grußworte ebenso wie Camill Leberer, neuer Vorsitzender des Künstlerbundes.


Jürgen Brodwolf und Anne Römpp wurden in Durbach vom Freundeskreis des Künstlerbundes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Gerlinde Brandenburger-Eisele, Kuratorin der Stadt Offenburg, erläuterte die Ausstellung, bei der 17 Künstler im Künstlerbund als Kuratoren tätig waren und Arbeiten von 95 Kolleginnen und Kollegen in den Räumen der Städtischen Galerie und des Kunstvereins Mittelbaden auf dem Kulturforum, in der Künstlergalerie Artforum des Künstlerkreises Ortenau sowie im Museum für Aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle in Durbach zeigen.

Der Titel der Schau ist Programm, denn die Künstlerkuratoren hatten »Carte Blanche«, also freie Hand bei der Auswahl der Künstler und der Bespielung der ihnen zugewiesenen Räume. »Carte Blanche« stehe auch als Reverenz an die kunstinteressierten französischen Nachbarn, so Brandenburger-Eisele.

In Durbach begrüßte Hausherr Rüdiger Hurrle am Nachmittag die Gäste, anschließend überreichte Ingeborg Kimmig, Vorsitzende des Freundeskreises, die diesjährigen Preise des Freundeskreises.

Der Erich-Heckel-Preis 2011 geht an den Maler und Professor Jürgen Brodwolf, der Förderpreis an die Künstlerin Anne Römpp. Arbeiten Brodwolfs sind in Durbach zu sehen, Römpps in den Räumen des Kunstvereins Mittelbaden, kuratiert von Sam Szombek, dessen Arbeiten wiederum in Durbach zu sehen sind. Die Schau ist in der Städtischen Galerie sowie im Kunstverein bis 3. Juli zu sehen, im Artforum des Künstlerkreises bis 26. Juni, im Museum für Aktuelle Kunst in Durbach bis 17. Juli.

St. Gertrude gratuliert Jürgen Brodwolf herzlich!

Dienstag, 24. Mai 2011

Galerietour durch Hamburg Altona

Die Altonale ist Anlass für eine interessante Galerieführung durch Altonas Galerien. Auch St.Gertrude öffnet seine Tore, wenn Frau Holzhauer von der Galerie Angela Holzhauer im Laufe der Tour mit den Besuchern vorbeischaut. Das besondere Ambiente der ehemaligen Remise der Polizeikaserne ist ein Idyll und die Vorstellung, dass Horst Janssen hier, in dem von Dierk Lemcke geschaffenen Refugium, zehn Jahre produktiv war, ist beeindruckend und unvergesslich.


Galerie St. Gertrude in der Goldbachstraße


Horst Janssen, "Sodili", 12.2.1991 Aquarell, Bleistift


Jürgen Brodwolf, "Atelier-Fenster in Vezia/Tessin", 2010
Zeichnung mit Figurenprägung und collagierter Tubenfigur




Dieter Roth, "Mittlerer Sonnenuntergang", 1968
Wurst auf rosa und blauem Papier in Plastiktasche

Jeder Kunst-Liebhaber sollte sich den 4.6.2011 oder den 11.6.2011 freihalten und an der Galerieführung teilnehmen. Und nicht nur Janssen Freunde kommen auf ihre Kosten....das Galerieprogramm von
St. Gertrude umfasst neben Horst Janssen auch Jürgen Brodwolf, Dieter Roth und noch viel Spannendes, so nie Gesehenes! Das Team von St. Gertrude freut sich auf viele interessierte Kunstfreunde!

Sonntag, 20. März 2011

art KARLSRUHE- spannend, anregend, erfolgreich

Es waren gute Tage auf der supergut besuchten art KARLSRUHE: ausgesprochen nette, fachkundige und interessierte Kunden, tolle Gespräche und ein gutes Echo auf das Angebot von St. Gertrude. Jürgen Brodwolf, Nancy Spero und Hamilton waren besonders begehrt. Bei St. Gertrude ist man rundum zufrieden, packt die Messeladung wieder aus und erinnert sich gern an randvolle und einzigartige Tage in Karlsruhe.


Gut verpackt für die Reise nach Karlsruhe.


Der St.Gertrude Messestand auf der art KARLSRUHE


Horst Janssen, untrennbar verbunden mit St. Gertrude


Eat Art Adventskalender 1971, Galerie Carlo Schröter


Richard Hamilton, People, 1968 (links)

St. Gertrude Team: Dierk Lemcke eingerahmt von Katharina Offermann und Sabrina Lemcke (Foto: Andreas Helmling)

Mittwoch, 9. März 2011

art KARLSRUHE


Die Drehscheibe der Kunst – das ist die achte art KARLSRUHE, die vom 10. bis zum 13. März 2011 in die Karlsruher Messehallen einlädt. Die Art KARLSRUHE lockt mit einem ausgezeichneten Angebot an Malerei, Plastik, Zeichnungen sowie Druckgrafik der Klassischen Moderne und der Gegenwart, Multiples und Fotografie. Ihre fortwährende Qualitätssteigerung trug zuletzt weitere Früchte: Mit über 40 000 Besuchern verbuchte die art KARLSRUHE 2010 das bislang größte Besucherinteresse seit Bestehen.

Auch in diesem Jahr gehört St. Gertrude zu den art KARLSRUHE Ausstellerm und zeigt ein differenziertes und interessantes Künstlerprogramm.


Horst Janssen 1990

Einzelne Blätter aus dem "Dollerei Zyklus", Selbstportraits aus dem Folianten und einige Holzschnitte aus den 1950er Jahren von Horst Janssen stehen Arbeiten von Dieter Roth gegenüber. Ergänzend zeigt sich Jürgen Brodwolf mit seinen sinnlich morbiden Figurenkästen,...um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen.

Montag, 6. September 2010

Zeitzeichen


Manfred Osten hat im Jahr 2008 mit seinem Gedichtband Im Kerngehäuse lyrische Zeitzeichen gesetzt und Prof. Jürgen Brodwolfs Wortwandlungen haben diese Zeitzeichen in ihrer Essenz sichtbar werden lassen.

Jürgen Brodwolf hat nun den Zyklus seiner Vorzugsausgaben zu diesem Gedichtband vollendet. Zu den 15 bereits im Jahr 2008 geschaffenen Exemplaren sind jetzt die letzten zehn hinzu gekommen.

Prof. Brodwolf gestaltete dafür die Buchdeckel des Lyrikbandes zu einem Kunstwerk. Er collagierte auf jedem Vorzugs-Exemplar eine seiner einzigartigen Tubenfiguren. Die Figur hinter den Kordeln beispielsweise verleiht einigen Vorzugsausgaben einen völlig neuen räumlichen Ausdruck.






Jürgen Brodwolf ist der Galerie St. Gertrude in Hamburg eng verbunden, jedes dieser für St. Gertrude geschaffene Unikat kostet 480 Euro. Wer Interesse hat, möge sich direkt mit der Galerie in Verbindung setzen.

Freitag, 12. März 2010

Mehr als eine Messe


Die Kunstwelt Europas traf sich zur art KARLSRUHE-diese ambitionierte Kunstmesse ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus dem Reigen der Messen.

Niemals zuvor trafen sich so viele Galeristen und so viele Kunstfreunde in den Karlsruher Messehallen.

Das St. Gertrude Team, seit der ersten art KARLSRUHE dabei, hatte eine große Auswahl wichtiger Künstler zusammengestellt und überzeugte seine Besucher mit einem Mix aus "St.Gertrude-Künstlern" wie Janssen, Roth und Brodwolf - dazu Chagall, Hockney, Dix, Bissier, Hamilton und Hrdlicka.

Zufrieden mit dem Verkäufen, begeistert von der Athmosphäre, die manchmal an ein Festival erinnerte, geht nun der Galerie Alltag in Hamburg weiter. Die neuen Galerie-Räume sind eine schöne Erweiterung und Aufgabe des bisherigen Rahmens. Ausgehend vom Werk Horst Janssens werden weitere künstlerische Positionen die Räume erfüllen.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Liber Berlin 2009


Die 10. LiberBerlin findet vom
30. Oktober - 1. November 2009
im Schlüterhof des Zeughauses im DHM, Berlin statt. Der Schlüterhof im bedeutendsten Barockgebäude Berlins bietet eine einzigartige Kulisse!
Seit 1564 gibt es die Tradition der Buchmessen, damals rollten die Buchhändler Fässer mit ihren Büchern über das Kopfsteinpflaster in Frankfurt. Auch zu der Zeit gab es bereits einen "Mess Katalog". Heute lädt die Liber Berlin zum Schnuppern und Stöbern und Suchen ein, der umfangreiche Katalog erleichtert Orientierung und bietet eine Fülle von Informationen.

Das Team der Galerie St. Gertrude (an Stand No. 1) freut sich auf viele Begegnungen mit Sammlern und Kunstfreunden. Werke von Horst Janssen, Dieter Roth, Jürgen Brodwolf, Daniel Spoerri werden angeboten, dabei ist auch eine Farbserigrafie von Andy Warhol -"Magazin and History" - die in einer Auflage von 500 erschienen ist.


Mittwoch, 20. August 2008

Zeitzeichen

Anfang August sind im Verlag St. Gertrude zwei bibliophil ausgestattete Lyrikbände von Manfred Osten erschienen.


Fünfzehn Jahre nach Erscheinen seines ersten Gedichtbandes legt der Weltenbürger, Autor und Diplomat Manfred Osten weitere lyrische Zeitzeichen vor, beide Werke werden hochkarätig begleitet: Jürgen Brodwolf zeigt mit seinen Wortwandlungen die Essenz der Gedichte „Im Kerngehäuse“,















toleranz

der teufel
hat seines pferdefußes
sich sehr geniert
er lebt jetzt
im schafspelz
unter den wölfen
der freiheit
die jedem
die verfassung
garantiert



Horst Janssen begleitet mit der ihm eigenen Virtuosität Ostens Worte in „Der Baum der Reisenden“.












reisebüro

als ich
in mich schaute
sah ich
dich
die ferne
im hinterland

Manfred Osten, Autor, Kulturhistoriker, Diplomat, Generalsekretär a.D. der Alexander von Humboldt-Stiftung. In Ludwigslust 1938 geboren, verheiratet, Vater von drei Kindern. Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur. Order of the rising star (Japan). Ehrendoktor der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften und der Universitäten Bukarest, Pécs und Iasi. Seit Februar 2008 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band. Zahlreiche Publikationen im Suhrkamp Verlag und Fernsehgespräche mit Alexander Kluge.
Beide Lyrik-Bände sind direkt im St. Gertrude-Artshop oder im Buchhandel erhältlich.

Mittwoch, 26. März 2008

Sandalphabet





















In einem Steinfeld

In einem Steinfeld
das Fenster geöffnet
kommen Flügel ins Haus
Blätter tragen das Ende
frisch geschnittener Blumen
die Wurzeln in der Erde gelassen
die Zungen nur
ins Wasser gestellt
Spinnweben glitzern
sie zittern verlassen
das Messer schält das Bild
Apfelschädel auf einem Teller

Christoph Klimke






















Sandalphabet, 1990/91

Jürgen Brodwolf
Entstehungsjahr: 1990/91
Format: 30 x 21,5 cm
Wasserfarbe, Bleistift, Asphalt, Wachs und Kopierfrottage,
doppelseitig Signiert, datiert
Betitelt "Vezia"

Das Sandalphabet (Jürgen Brodwolf, Christoph Klimke) erschien in drei Folgen; diese Abbildungen stammen aus der Edition III Vier Zyklen aus Vezia, die sich wiederum in die Folgen Pygmalion, Aorta, Todesengel und Halebid und Parada untergliedert.

Montag, 11. Februar 2008

Halle 3, Stand J 11












165 Galerien aus 15 Ländern.

Die Kunstmesse in den lichtdurchfluteten, säulenfreien Hallen ist längst zum Pflichttermin für Sammler, Kunstinteressierte und Medien geworden. Nicht weniger als 35.000 Besucher wurden im März 2007 zur 4. art KARLSRUHE gezählt.

St. Gertrude ist bereits zum vierten Mal dabei und zeigt seine Klassiker Janssen, Roth und Brodwolf. Daneben einzelne Werke von Vostell, Köpcke, Hrdlicka, Hamilton und Picasso.
Von Janssen sind außerdem viele kleine Originalzeichnungen aus der Sammlung Gatermann zu sehen.

Dienstag, 22. Januar 2008

Ursprung und Verwandlung einer Figur

Die Frage nach der Findung, dem Sinn und der Herkunft der Tubenfigur wird immer wieder gestellt. Neben Texten von verschiedenen Autoren habe ich 1984 in einer «Zeittafel zur Entwicklung meiner Figur» und einer «Tabelle mit den verschiedenen Figurentypen» die chronologische Entwicklung dieser Kunstfigur dargestellt. Diese «Biografie einer Kunstfigur» soll nun mit meiner Biografie erweitert werden – die eine ist ohne die andere nicht mehr denkbar.

Wir erinnern uns an die enorme Fähigkeit aus unserer Kindheit, in formtypische Steine, Hölzer, Zweige usw. Menschen- und Tierwesen hinein zu projizieren oder herauszulesen. Da verwandelte sich eine Handvoll Schwemmhölzer am Fluß, gebrochene Baumzweige, vermoderte Holzstücke im Wald zu Vater, Mutter, Prinz, König, Hexe, Teufel, Zwerg. Mit diesen Figuren wurden die Geschichten und Bilder aus der Welt der Märchen und der eigenen übervollen Fantasie gespielt und gelebt. Hier liegt der Ursprung meiner späteren (Spiel)-Figur.

Meine frühe Kindheit verbrachte ich ohne Geschwister und Spielgefährten in einer noch unbesiedelten Landschaft, die mit ihren Busch- und Baumwäldern, Weideflächen, Mooren und Weihern unerschöpfliche Spielplätze bot, in denen aber die Spielgefährten fehlten. Ihre Stelle mußten meine Fantasiefiguren aus Hölzern, Zweigen und Steinen einnehmen, ausfüllen. Später kamen aus Stanniolpapier geformte Figürchen hinzu, mit denen hauptsächlich während der Wintermonate im Kinderzimmer vor Pappschachtelbühnen und Kulissen Geschichten gespielt wurden.

Zwischen diesen letzten Stanniolfigürchen und den ersten Tubenfiguren liegen rund 20 Jahre, Jahre, in denen das kindliche Spiel dem rationalen Denken der Erwachsenenwelt weichen sollte. Die Spuren dieser «Kindheitsfiguren» blieben aber irgendwo unter meiner Hirnrinde als Formchiffre gespeichert, abrufbar durch ein optisches Formsignal von außen.
Das Signal gab eine ausgedrückte Farbtube auf dem Maltisch neben der Staffelei, die in der zufälligen, unabsichtlichen Verformung figurative Züge annahm, die dem Ur- oder Vorbild meiner inneren Figur entsprach.

Für mich bedeutete die folgenschwere Entdeckung dieser Tubenfigur gleichzeitig Wiederfindung, Anknüpfung an meine Kindheit, Zurückerinnerung an Spiele und Rituale mit den frühen primitiven Figuren. In dieser Tubenfigur erkannte ich die starke Verwandtschaft zu den Figurenrelikten meiner Kindheit und somit die Wiederfindung meiner wahren Identität und eigenen Sprache.
Wer diese Kunstfigur nur als künstlerisches Markenzeichen deklariert, übersieht das Archetypische, Idolhafte dieser Kunstfigur und das Phänomen ihrer ständigen Wandlungsfähigkeit, die seit 25 Jahren immer neue Figurentypen und Figurenevolutionen erbracht hat.

Jürgen Brodwolf