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Freitag, 28. Januar 2011

Die Suche

Unter dem Titel "Die Suche" zeigt das Kunsthaus Stade vom 25. Januar an das Frühwerk des großen deutschen Zeichners und Grafikers Horst Janssen. Mehr als 130 Exponate vermitteln subtile Einblicke in sein künstlerisches Schaffen von der Mitte der 1940er bis in die 1960er Jahre hinein. Die Schau umfasst Holzschnitte, Zeichnungen, Monotypien, Lithografien, Radierungen, Bastelarbeiten und Aquarelle.

Darunter sind Arbeiten aus bedeutenden Museen und privaten Sammlungen sowie Bilder aus der Studienzeit des Künstlers. 20 Werke werden überhaupt erstmals öffentlich präsentiert. Fotos, Schriften und Arbeitsutensilien wie Radierplatten und Druckstöcke ergänzen die Ausstellung, die in Kooperation mit der Galerie und dem Verlag St. Gertrude in Hamburg-Altona entstand. Dort befindet sich das ehemalige Atelier von Horst Janssen.

Die neue Ausstellung mit dem Frühwerk von Horst Janssen wurde mit einer Rede des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters und Janssen-Freundes Hans-Ulrich Klose (SPD) eröffnet. Jetzt sind Horst Janssen Liebhaber, Sammler und Freunde eingeladen, diese umfassende Schau anzusehen und zu genießen.

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Verlag St. Gertrude, Janssens ehemaliger Wirkungsstätte in Hamburg-Altona. Er enthält u.a. Aufsätze von Hans-Ulrich Klose und Heinz Spielmann und umfasst 144 Seiten mit 151 farbigen Abbildungen. Verkaufspreis im Museum: 24,00 Euro.

Quelle: dapd

Dienstag, 5. Januar 2010

Hommage à Tannewetzel

Horst Janssen in der Neujahresrede 1986 in St. Marien zu Lübeck:

Also - wir ALLE haben ein eingeborenes Verlangen nach Sicherheit - wir haben zwar auch ein natürliches Verlangen nach Risiko und auch Aggression und Zerstörung - ABER das dominierende Bedürfnis ist eine animalische Sehnsucht nach Sicherheit. Anders als das Eichhörnchen glauben wir - etwa ab dem 25. Lebensjahr - zu wissen, dass wir sterblich sind (manche kapieren es nie).


Und genau in dieser ach so gewissen Wahrscheinlichkeit haben wir uns die Ewigkeit erfunden! Freundschaft + Liebe + Ehe sollen ewig sein. Das auf Pergament geschriebene Wort soll ewig sein. Die Pyramiden und die Sixtinische Kapelle, sie sollen ewig sein. Ewig - das ist das Credo der Menschen.


Und während wir nun leben, erleben wir die Vergänglichkeit allen Seins und erleiden und erkennen, dass nichts sicher + ewig ist - bis auf EINS: der Tod. In diesem gemächlichen Gang des Sterbens, den wir Leben nennen - auf diesem Gang durch die Vergänglichkeit ist nur eins sicher: DAS ENDE DES STERBENS - der Tod des Ego, der Menschheit, der Erde und der Welt. Ob nun der Tod die Tür in ein anderes, neues, frisches Sterben ist, das ist hier und heute nicht meine Frage. ... (Aus: Lübecker Neujahresrede "Hommage á Tannewetzel", Verlag St. Gertrude, Hamburg)